Schutz der aquatischen Diversität und Verringerung der Gewässerverschmutzung an der Wieslauter - Klimawandelangepasstes Management

 

In RiverDiv (2023-2025), einem interdiszipliären Forschungsprojekt im Rahmen des Interreg Oberrhein Programms, wurden die Auswirkungen von Klimawandel und Landnutzung auf die Biodiversität und Wasserqualität der deutsch-französischen Wieslauter (Lauter) untersucht. 
Auf Grundlage der Ergebnisse wurden die hier bereitgestellten Broschüren, Web-Tools, Strategien und Handlungsempfehlungen für einen nachhaltigen, grenzüberschreitenden Gewässerschutz entwickelt.

 

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Teilprojekte

Klimawandel- und Landnutzungsszenarien

Artenvielfalt und Rückzugsgebiete

Wasserquantität und -qualität

Wissensdialog, Vernetzung, Umsetzung


Klimawandel- und Landnutzungsszenarien

In diesem Teilprojekt wurden klimatische, hydrologische und landnutzungstypische Modellierungen für das Einzugsgbiet der Wieslauter erstellt. Zudem wurden mit verschiedenen Stakeholdern (Geimeinden, Kommunen, Wasserversorger) der Region Umfragen und Interviews durchgeführt, um das  lokale Fachwissen mit einzubinden und so eine für das Gewäser spezifische Risikostratgie zu erarbeiten.

Die Ergebnisse der Modellierungen sowie der Umfragen und Interviews werden anschaulich in zwei Broschüren zusammengefasst. Weiterhin wurden ein Strategiepapier erstellt, das die Ergebnisse der Risikoanalyse für das Einzauggebiet der Wieslauter im Detail darstellt und verschiedene Handlungsempfehlungen für die Gegenwart und Zukunft aufzeigt.

Ein weiteres Strategiepaper zeigt die  Übertragbarkeit der Erkenntnisse für die Wieslauter auf weitere Fließgewässer in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein (TMO) auf.


Artenvielfalt und Rückzugsgebiete

In diesem Teilprojekt wurde der Schutz der aquatischen Biodiversität der Wieslauter (Fische & Wirbellose) vor klima- und landnutzungswandel-bedingten Veränderungen ihrer Lebensräume in den Fokus genommen. Inhaltliche Schwerpunkte liegen im nachhaltigen Fischartenschutz sowie im Erhalt und in der Vernetzung aquatischer Rückzugsgebiete.

Die Ergebnisse der Beprobungen und Bestimmungen der Arten können in einer Broschüre (Fische) und in einem interaktiven Atlas (Wirbellose) eingesehen werden. Die mit automatischen Sensoren gemessenen Wassertemperaturen sind als Animation für den Zeitraum Juni 2023 - Mai 2024 dargestellt. Mit dem Online-Tool optiTemp kann zudem für beliebige Zeiträume ermittelt werden, wann eine Messung der minimalen, mittleren und maximalen Wassertemperatur an verschiedenen Standorten der Wieslauter optimal ist.

Zu den Themen Fischartenschutz sowie Erhalt, Bewirtschaftung und Renaturierung wurden für die Wieslauter zwei Strategiepaper mit Handslungsempfehlungen erarbeitet. Eine weitere Strategie überträgt die Erkenntnisse zum adaptiven Managment zum Fischartenschutz auf die TMO.

 


Wasserquantität und -qualität

Der Fokus dieses Teilprojekts liegt auf dem Schutz der Wieslauter vor Gewässerverschmutzungen. Stoffliche Belastungen in Fließgewässern gefährden die aquatische Biodiversität, z.B. durch überhöhte Nährstoff- und Pestizideinträge aus der Landwirtschaft. Neben den unterschiedlichen Eintragsquellen (punktuell, z.B. Kläranlagen, oder diffus, z.B. Landwirtschaft) werden stoffliche Belastungen zudem durch die Abflussdynamik gesteuert (Niedrigwasser und Abflussspitzen).

Das Online-Tool RiverContext bietet Einblicke in die chemische Belastung von Fließgewässern durch Mikroschadstoffe wie Pestizide und Pharmazeutika in der gesamten TMO (einschließlich der Wieslauter). Auf der Grundlage der Daten steht zudem ein Strategiepapier zur Verfügung, das den aktuellen Zustand der Wieslauter beschreibt und Handlungsempfelungen zu ihrem Schutz und dem Schutz weiterer Fließgewässer vor Gewässerverschmutzung in der TMO gibt.


Wissensdialog, Vernetzung, Umsetzung

Um das erarbeitete Wissen des Projekts zu vermitteln und den Austausch zwischen Akteuren zu fördern, wurden grenzüberschreitende Strukturen wie der RiverClub für die langfristige Zusammenarbeit lokaler Nutzer und das RiverDiv.Forum als Diskussions- und Vernetzungsplattform eingerichtet. Am  Wieslauter-Radweg bei Wissembourg wurden zudem Informationsschilder aufgestellt, um die breite Öffentlichkeit für die Themen Fließgewässer und deren Artenvielfalt zu informieren und für die Auswirkungen des Klimawandels auf deren Lebensräume zu sensibilisieren.