PIA - Pestizidexposition von Insekten in Agrarlandschaften

Ermittlung der Belastungen ausgewählter Insektengruppen der Agrarlandschaft durch Pflanzenschutzmittel zur Untersuchung des Insektenrückgangs und der Implementierung des Aktionsprogramm Insektenschutz

Projektbeschreibung

Der Insektenrückgang wird in Deutschland und global mit vielen verschiedenen Faktoren in Verbindung gebracht. Unter diesen Faktoren ist der Einsatz von synthetischen Pestiziden (Insektizide, Herbizide und Fungizide) in den vergangenen Jahren besonders in den Fokus gerückt. Die Identifizierung und Quantifizierung der Exposition von Insekten mit den derzeit verwendeten Pestiziden (current use pesticides, CUPs) ist somit ein wichtiger Bestandteil der Forschung zum Insektenrückgang geworden. In Deutschland gibt es bereits erste Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Vorhaben die Pestizide in Insekten gemessen und quantifiziert haben. So wurde in fliegenden Insekten in Naturschutzgebieten mit angrenzender Landwirtschaft eine durchschnittliche Belastung mit 16 Pestiziden (Brühl et al., 2021). Zusätzlich konnte eine ganzjährige Belastung durch PSM auf diversen landwirtschaftlich genutzten Flächen, aber auch bis zu 20 m abseits dieser genutzten Flächen, nachgewiesen werden (Honert et al., 2025), die auch die gesamte Landschaft betreffen. 

 

Im Anschluss an die oben erwähnten Studien, sollen im Projekt PIA (Pestizidexposition von Insekten in Agrarlandschaften) insbesondere Insekten auf Ackerflächen gesammelt und auf ihre Pestizidbelastung analysiert werden. Als untergeordnete Fragestellung wird zudem die Belastung in und am Organismus untersucht. 

 

Die Probenahme wird auf für Deutschland repräsentativen Anbauflächen erfolgen und neben konventionell bewirtschafteten Flächen auch Flächen ohne Pestizideinsatz, also z.B. ökologisch bewirtschaftete Flächen als Kontrollbehandlung einbinden. Dabei ist vorgesehen, die Beprobung vor, während und nach Pestizidapplikationen durchzuführen. Dadurch lässt sich die Exposition der Insekten direkt mit den landwirtschaftlichen Maßnahmen verbinden und zeitliche Veränderungen der Pestizidbelastung in verschiedenen Zielgruppen der Insekten untersuchen. Diese Zielgruppen werden in engem Bezug auf ihre Lebensweise ausgewählt und umfassen bodenlebende, flugunfähige und fliegende Insektengruppen. Durch die Verknüpfung mit der Pestizidbelastung des Bodens und der Vegetation können Aussagen über die Expositionspfade getroffen werden.

Im Projekt PIA werden wichtige Grundlageninformationen zum Insektenrückgang und besonders ihrer Pestizidbelastung erarbeitet und verfügbar gemacht. 

Durch die Einbindung von Kooperationspartnern, werden zusätzliche Proben von Insekten erhoben um eine größere geographische Bandbreite und eine höhere Diversität an landwirtschaftlichen Praktiken abzudecken. 

 

Finanziert durch:

Laufzeit

01.08.2025 - 31.07.2028